Sozialpolitische Studienreihe

Zusammenfassung

Mit der „IP Neu“ wurden 2014 umfassende Neuregelungen im Bereich der Invaliditätspension (IP) umgesetzt. Zielsetzung von IP Neu ist die verstärkte Arbeitsmarktintegration von gesundheitlich beeinträchtigten Menschen und die Vermeidung von krankheitsbedingten Pensionierungen. Dazu wurde die befristete Invaliditäts- bzw. Berufsunfähigkeitspension abgeschafft und stattdessen Umschulungs- oder Rehabilitationsgeld gewährt. gleichzeitig werden Maßnahmen der beruflichen und medizinischen Rehabilitation durchgeführt. Diese Studie fasst die Ergebnisse des Projektes „Evaluation IP Neu“ zusammen. Aussagen können über den Zeitraum 2014-2017/2018 gemacht werden.

Als Konsequenz der Reform ergibt sich eine Reduktion der IP Zuerkennungen von 40 Prozentpunkten zugunsten eines annähernd gleich hohen Bezugs von Rehabilitationsgeld. In den sonstigen arbeitsmarktrelevanten Zuständen zeigen sich kaum Unterschiede. Zwar zeigt sich eine leichte Verbesserung der Beschäftigungssituation für Personen, die der IP Neu unterliegen, doch ist der Effekt quantitativ sehr gering. Wir finden keine Effekte von IP Neu auf die Arbeitslosigkeit oder Krankengeldbezug. Mögliche Gründe für die geringfügigen Arbeitsmarkteffekte sind, dass viele AntragsstellerInnen sich in Rehabilitation befinden und noch keinen Versuch unternommen haben, auf den Arbeitsmarkt zurückzukehren, oder dass IP Neu die Partizipation an Rehamaßnahmen nicht erhöht hat. Um diese Hypothesen zu untersuchen, schätzen wir die Effekte von IP Neu auf den Bezug von Rehamaßnahmen und auf die gesundheitsausgaben. mit IP Neu hat die Wahrscheinlichkeit, einer Rehamaßnahme zugewiesen zu werden, um 40 Prozent zugenommen. gleichzeitig nehmen die kurzfristigen gesundheitskosten leicht zu. Eine Erklärung ist, dass AntragsstellerInnen im Zuge der Rehamaßnahmen mehr medizinische Leistungen konsumieren. Diese Unterschiede können längerfristig verschwinden, falls AntragsstellerInnen unter IP Neu verstärkt in Beschäftigung zurückkehren.

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