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Sozialpolitische Studienreihe

Zusammenfassung Teil 1

Während Österreich im Hinblick auf die vergleichsweise geringe Einkommensungleichheit recht gut abschneidet, liegt es bei der sozialen Mobilität hinter vielen anderen OECD-Ländern zurück. Ein beträchtlicher Teil des sozioökonomischen Erfolgs und Misserfolgs wird von einer zur nächsten Generation vererbt. Mehr als in anderen Ländern bestimmt der Verdienst des Vaters den seiner Kinder im Haupterwerbsalter. Dies spiegelt eine starke generationenübergreifende Persistenz der Beschäftigungs- und Bildungsergebnisse wider, besonders bei Frauen sowie Migrantinnen und Migranten.

Im Lebensverlauf variieren die Positionen in der Einkommensverteilung recht wenig, vor allem bei Personen am oberen und unteren Ende der Skala. Gleichzeitig nimmt die Polarisierung bei den mittleren Einkommen zu, mit zunehmenden Abstiegsrisiken für die untere Mittelschicht. Über längere Zeiträume hinweg haben Frauen im Verdienstverlauf geringere Aufstiegschancen und größere Abstiegsrisiken als Männer.

Dieser Bericht identifiziert Faktoren in vier Politikbereichen, welche die soziale Mobilität in Österreich begünstigen bzw. behindern. Zunächst kann hochwertige frühkindliche Betreuung, Bildung und Erziehung wichtige Impulse zur Aufstiegsmobilität geben. Die Teilnahmeraten sind im letzten Jahrzehnt markant gestiegen, bleiben jedoch weiterhin hinter denen in vielen OECD-Ländern zurück. Weitere Investitionen sind notwendig, um Qualität und Status der frühkindlichen Bildung zu verbessern. Zweitens sind Fördermaßnahmen für einen erfolgreichen Übergang von der Schule ins Erwerbsleben nötig, um die niedrige Bildungsmobilität zu erhöhen. Österreich bietet gezielte Unterstützung für junge Menschen mit Schwierigkeiten beim Berufseintritt. Jedoch sollte die Finanzierung von benachteiligten Schulen verbessert werden, und die frühzeitige Trennung von Kindern im Sekundarschulbereich gehört auf den Prüfstand. Drittens würde die Verringerung der Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern auf dem Arbeitsmarkt die soziale Mobilität erheblich verbessern. Dies erfordert Maßnahmen in den Bereichen Steuern, Elternkarenz sowie Familien- und Betreuungsleistungen, um die Anreize für eine ausgewogenere Aufteilung familiärer und beruflicher Verpflichtungen zu erhöhen. Viertens bietet das österreichische Steuer- und Transfersystem bislang generell einen vergleichsweise angemessenen Schutz vor Einkommensschocks. Die hohe Konzentration von Haushaltsvermögen in Verbindung mit dem Fehlen einer Erbschaftsbesteuerung beeinträchtigt jedoch die Chancengleichheit.

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