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Sozialpolitische Studienreihe

Zusammenfassung

Seit 2014 besteht in Österreich die Möglichkeit, zur Pflege eines/einer pflegebedürftigen nahen Angehörigen Pflegekarenz oder Pflegeteilzeit in Anspruch zu nehmen. Zwei Drittel der jährlich 1.400 NutzerInnen sind Frauen, das mittlere Alter beträgt 50 Jahre. Pflegekarenz wird verstärkt im ländlichen Raum in Anspruch genommen.

NutzerInnen präferieren die Pflegekarenz gegenüber der Pflegeteilzeit und nehmen zumeist die maximal möglichen drei Monate in Anspruch. Der häufigste Fall ist, dass sich bei dem/der Angehörigen, der/die schon länger pflegebedürftig ist, der Pflegebedarf erhöht. Betroffene nutzen sehr unterschiedliche Informationsquellen über die Pflegekarenz, alternative Lösungen sind nur teilweise bekannt.

Etwa 20 % der NutzerInnen sind im Jahr vor der Pflegekarenz dauerhaft beschäftigt, etwa 40 % langfristig und etwa 30 % kurzfristig beim AMS vorgemerkt. Die Beschäftigungsquote nimmt vor der Pflegekarenz steil ab und steigt danach wieder allmählich an, wobei die spezielle demografische Struktur der NutzerInnen bedacht werden muss.

Von zehn NutzerInnen geben acht an, dass sie das Pflegeziel erreichen konnten, und neun würden wieder in Pflegekarenz gehen. Verbesserungsbedarf wird vor allem bei der zeitlichen Beschränkung der Pflegekarenz auf maximal drei Monate geortet. Informationsmaterial sollte verstärkt etwa bei ÄrztInnen und beim Sozialministeriumservice und idealerweise in Printform zur Verfügung gestellt werden.

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