Sozialpolitische Studienreihe

Zusammenfassung

ZUSAMMENFASSUNG

Das Ziel dieser von der Forschungs- und Beratungsstelle Arbeitswelt (FORBA) durchgeführten Studie liegt darin, auf Basis von Sekundäranalysen zur existierenden Datenlage einen detaillierten, dennoch überschaubaren Überblick über Arbeitsbedingungen in Österreich zu liefern. Der Begriff Arbeitsbedingungen ist allerdings in der wissenschaftlichen Terminologie uneinheitlich bzw. unscharf definiert, anstatt dessen wird sowohl in der Forschung als auch in der einschlägigen Praxis direkt auf zentrale Merkmale bzw. Merkmalskombinationen von Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen Bezug genommen. In der gegenständlichen Studie folgt das Projektteam diesem geläufigen Vorgehen und untergliedert die inhaltlichen Ausführungen zu Arbeitsbedingungen in Österreich nach den wie folgt angeführten wesentlichen Themenblöcken, die zugleich die Kapitelabfolge der Studie vorgeben (Kapitel 1 bis 7): Beschäftigungsstrukturen und Beschäftigungsformen; Arbeitszeiten (und Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Privatleben); Einkommen; Arbeitsorganisation (und Mitbestimmung); Arbeits- und Gesundheitsbelastungen; berufliche Aus- und Weiterbildung; sowie ergänzend dazu Bewertungen zur eigenen Arbeitssituation, insbesondere zur Zufriedenheit. In einer resümierenden Zusammenschau (Kapitel 8) werden die gesammelten Ergebnisse nochmals gebündelt bzw. in Form generalisieren der Aussagen zur Entwicklung der einzelnen Merkmale von Arbeitsbedingungen in Österreich wiedergegeben. Aufgrund der vorgegebenen Themenstellung – (Erwerbs)-Arbeitsbedingungen – und außerdem deshalb, um nicht auszuufern, ist der Rahmen dieses Berichts dadurch abgesteckt, dass im Wesentlichen Erwerbstätige und deren berufliche Rahmenbedingungen analysiert werden. Dafür maßgebliche Einflussfaktoren wie Strukturen bzw. Institutionen des österreichischen Arbeitsmarkts oder eines weiter gefassten Wohlfahrtsstaates sind dagegen nicht oder nur am Rande Gegenstand der Analysen.

Die Dokumentation und Interpretation der relevantesten Daten zu den aufgeworfenen Themenbereichen, vor allem aus quantitativen Repräsentativerhebungen, machen den Hauptteil dieser Studie aus. Die Darstellung der Ergebnisse in den einzelnen Kapiteln ist vereinfacht formuliert entlang der folgenden Struktur gegliedert: Verbreitung von bestimmten Merkmalen von Arbeitsbedingungen, Verteilung nach soziodemografischen und betriebsstrukturellen Kriterien (mit besonderem Fokus auf den Geschlechtervergleich), Veränderungen im Zeitablauf der letzten 10 bis 15 Jahre sowie parallel dazu der Versuch der Einordnung der österreichischen Befunde in den europäischen Kontext. Bei der Darstellung von empirischen Ergebnissen in den einzelnen Kapiteln konnten aufgrund des Platzmangels viele relevante Arbeiten, v.a. zu einzelnen Wirtschaftssektoren oder Beschäftigungssegmenten bzw. Studien mit spezifischen Fragestellungen, letztendlich nur ungenügend erfasst werden. Dieses Manko sowie den generellen Überhang des quantitativen Materials im Bericht lockerte das Forschungsteam dadurch auf, in dem in jedem Kapitel einige interessante Forschungsergebnisse angeführt werden, die über qualitative Erhebungsmethoden zustande kamen, v.a. über Fallstudien aus rezenten Forschungsprojekten von FORBA (vgl. die Beschreibungen in den Boxen).

Während die Darstellung von thematisch gegliederten Ergebnissen zu Arbeitsbedingungen den überwiegenden Platz dieses Berichts einnimmt, liegt eine zweite Zielsetzung der Studie darin, die wesentlichen, v.a. wiederholt durchgeführten Repräsentativbefragungen mit Daten zu Arbeitsbedingungen in Österreich zu dokumentieren und gleichzeitig in ihrer Leistungsfähigkeit zu bewerten. Ergebnisse dazu werden auf etwa 20 Seiten im Annex bzw. in der Zusammenfassung beschrieben. Dieser Teil hängt mit den vorgestellten inhaltlichen Befunden in den einzelnen Kapiteln insofern zusammen, als ein Großteil des empirischen Materials jenen repräsentativen Datensätzen entnommen ist, die zu Arbeitsbedingungen die relevantesten Ergebnisse liefern können. Hervorzuheben sind dabei einerseits die Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung der Statistik Austria (inklusive der jährlichen Ad-Hoc-Module zu ausgewählten Themen) sowie andererseits der European Working Conditions Survey (EWCS) der European Foundation, der für bestimmte Fragestellungen zu Arbeitsbedingungen in Österreich die einzige relevante quantitative Datenquelle darstellt. Aufgrund der Eignung des EWCS für Längsschnittvergleiche (für 1995, 2000 und 2005) werden aus dieser Erhebung etwa 40 wichtige Merkmale zu Arbeitsbedingungen wiedergegeben (Annex 2). Der Längsschnittvergleich ist dabei so aufgebaut, dass neben den Veränderungen im Zeitablauf für Österreich auch eine Gegenüberstellung mit dem Durchschnitt der EU-15 sowie ein Vergleich der Geschlechter geboten werden.

An dieser Stelle ist anzumerken, dass die Wiedergabe von wichtigen repräsentativen Ergebnissen zu Arbeitsbedingungen in Österreich auftragsgemäß auf Auswertungs- und Darstellungsmodi entlang der deskriptiven Statistik beschränkt bleibt, d.h. dass vertiefende statistische Analysen aus den herangezogenen Datensätzen (v.a. bivariate Korrelationsanalysen bzw. generell multivariate Auswertungsmethoden) zukünftigen Studien vorbehalten sind.